Projektteam: Paco Motzer, Christian Uhl, Mona Rauch mit Laura Maasry (Masterplan)
Auf dem ehemaligen Postgelände in Strausberg werden in den kommenden Jahren Wohnhäuser in einer experimentellen Holzmodulbauweise errichtet. Das verwendete Kiefernholz wird dem angrenzenden Wald entnommen und vor Ort zu Holzmodulen weiterverarbeitet. Durch eine alternative Schnitttechnik im Sägewerk wird der Baumstamm optimal ausgenutzt, wodurch weniger Holzabfälle in der Produktion anfallen. Die entstehenden Hobelspäne werden als Einblasdämmung weiterverwendet. Wiederverwendete Bauelemente kommen sowohl in der Fassade als auch im Innenausbau zum Einsatz und senken zusätzlich die CO₂-Emissionen der Häuser.
Im Gegensatz zur vorherrschenden geringen Dichte suburbaner Wohnsiedlungen wird im neuen Wohnquartier durch eine kompakte, dreigeschossige Bebauung die bauliche Dichte im Sinne der Nachhaltigkeit erhöht. Angrenzende Flächen werden entsiegelt. Durch die Entnahme von Kiefernholz und die anschließende Aufforstung mit Laubhölzern wird parallel zum Bau der Häuser ein klimaresilienter Waldumbau betrieben.
Als erster von uns geplanter Baustein wird ein Wohnhaus für zwei Wohnparteien errichtet, die gemeinschaftlich leben, jedoch auch die Möglichkeit haben, sich in ihre jeweiligen Wohnbereiche zurückzuziehen. Das Haus ist mit einem gemeinsamen Treppenhaus konzipiert, verfügt jedoch im Erdgeschoss über zwei getrennte Wohnküchen. Die Treppenhauswände mit erhöhten Schallschutzanforderungen werden so verlängert, dass in der Mittelzone ein Optionszimmer entsteht, das durch entsprechende bauliche Vorhaltungen je nach Nutzungsszenario einer der beiden Einheiten zugeschlagen werden kann. So entstehen im Erd- und Obergeschoss Räume, die es ermöglichen, flexibel auf neue Nutzer:innenanforderungen zu reagieren.
Die Wohnküchen im Erdgeschoss sind auf den angrenzenden Kiefernwald ausgerichtet und ermöglichen dadurch eine erhöhte Privatsphäre innerhalb des ansonsten dichten Wohngebiets. Im Obergeschoss sind die Schlafzimmer angeordnet, im Dachgeschoss ein Co-Working-Raum, ein zusätzliches Schlafzimmer sowie eine Dachterrasse mit Pergola.