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Projektteam: Paco Motzer, Christian Uhl, Mona Rauch

Jahr: 2023-2025
Ort: Potsdam
Grundstücksgröße: 298 m²
BGF: 23 m²
Leistungsphasen: 4-8
Fachplaner: ZRS Ingenieure (Statik)
Bauherrschaft: Bauhaus der Erde gGmbH

Die gebaute Umwelt ist für 40% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, wobei etwa die Hälfte davon im Betrieb anfällt, die andere Hälfte in Material und Herstellung der Gebäude und Infrastrukturen – das bedeutet, dass es nicht möglich ist, die globale Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, wenn sich die Gestaltung und der Betrieb unserer Gebäude und Städte nicht grundlegend und schnell ändern. Trotz modernster institutioneller Forschung ändert sich der Bausektor nur langsam; sichere Investitionen werden zu oft gegenüber bahnbrechenden Innovationen bevorzugt. Soziale und ökologische Visionen gehen auseinander und neigen dazu, auf unmittelbare Notlagen zu reagieren, anstatt systemische Veränderungen anzugehen. Gleichzeitig beschränken sie sich häufig auf technische Lösungen und übersehen, dass die Umgestaltung der gebauten Umwelt eine ganzheitliche Weltsicht, gemeinsame Anstrengungen und einen neuen Gesellschaftsvertrag erfordert.

Systemische, globale Probleme verlangen von uns ein ganzheitliches, aber auch sehr konkretes Denken. Wir wollen hier vor unserer eigenen Haustür anfangen und uns überlegen, was es bedeutet in der Region Berlin-Brandenburg im Kontext der Klimakrise zu planen, zu gestalten und zu bauen. Auf der Suche nach Antworten auf die Frage “Wie müssen wir bauen?” versucht der ProtoPotsdam, in einem integrierten Prozess die fehlenden Verbindungen herzustellen zwischen akademischer Forschung, Design, Planungsabläufen und kommunalem Handeln. Im Sommer 2023 wird ein Pavillon aus biobasierten und wiederverwendeten Materialien auf einem Grundstück der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam errichtet, direkt gegenüber dem historischen Rechenzentrum in der Innenstadt Potsdams. Gemeinsam mit Partner:innen aus der Region entwickeln wir Ansätze, bei denen die gebaute Umwelt in ihrer gesamten Wertschöpfungskette verstanden wird und ein Gebäude nicht ohne seine infrastrukturellen Netzwerke und die Lebenszyklen seiner Komponenten betrachtet werden.

Der ProtoPotsdam soll ein Ort werden, an dem Besucher:innen erfahren können, wie systemische Lösungen lokalisiert, materialisiert und für die Anwendung in Berlin-Brandenburg konkretisiert werden. Der Pavillon soll ein lebendiger und didaktischer öffentlicher Ort werden; ein Ort der Information verknüpft mit einer öffentlichen Diskussion. Mit Nachbar:innen, Potsdamer:innen, Politiker:innen, Forscher:innen und Praktiker:innen testen und befragen wir unsere Lösungsansätze. Durch eine Vielzahl von kuratierten Seminaren, Ausstellungen und Veranstaltungen soll dieser Ort zu einem lebendigen öffentlichen Diskurs in Potsdam beitragen. Die aus dieser ersten Phase gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für eine zweite Phase bieten: In einem dauerhaften Gebäude, prototypisch in Ergänzung der bestehenden Bebauung, wird die operative Zentrale des global vernetzten Bauhaus Erde in Potsdam eingerichtet.

https://proto-potsdam.org